FCI Standard
FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE (F.C.I)
Standard FCI N° 176 / 22.07.1993 / D
PICARDIE SCHÄFERHUND (Berger de Picardie)
Übersetzung: Christian Janes
URSPRUNG: Schweiz
Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: 31.10.1964
VERWENDUNG: Schäferhund
KLASSIFIKATION F.C.I.: Gruppe I : Hüte- und Treibhunde (ausgenommen
Schweizer Sennenhunde)
Sektion 1 : Schäferhunde mit Arbeitsprüfung
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Hund von mittlerer Größe, Aussehen
rustikal, aber elegant in seinen Formen, kräftig, gut bemuskelt
und gebaut. Gesichtsausdruck intelligent, lebhaft, aufgeweckt,
gekennzeichnet durch griffonähnliches Aussehen.
GRÖSSE: von 60 cm bis 65 cm für Rüden
von 55 cm bis 60 cm für Hündinnen
Fehler: bis zu 2 cm über dem Maximum.
Ausschließende Fehler: unter dem Minimum, auch in der Jugendklasse.
Mehr als 2 cm über dem Maximum.
KOPF: nicht massiv, soll proportioniert zur Größe sein. Sehr
leichter Stop, in gleichem Abstand zur Nasenspitze wie zum
Hinterhaupthöcker. Schädel ziemlich breit, ohne Übertreibung. Haar
ungefähr 4 cm. Augenbrauen gut markiert, jedoch nie die Augen
verschleiernd.
Fehler: Stop zu ausgeprägt oder zu gering; Haar zu kurz oder zu
lang. Augenbrauen fehlend oder zu stark ausgeprägt.
Ausschließende Fehler: Mangel an Typ, unproportioniert, zu schwach
oder zu stark behaart.
STIRN: von vorne gesehen soll sie nicht zu flach sein, sondern
leicht gewölbt, mit leichter Stirnfurche.
Fehler: nicht genügend oder zu sehr gewölbt, Furche zu ausgeprägt.
Ausschließende Fehler: Schädel flach oder kuppelförmig, fliehende
oder zu steil abfallende Stirn.
WANGEN: sollen nicht zu stark ausgebildet sein, aber ohne flach zu
sein, sollen sie eine gewisse Rundung zeigen. Hinter den Wangen
hat das Haar die gleiche Länge wie das des Körpers.
Fehler: Wangen zu ausgeprägt, schlaff oder Mangel an Muskeln.
FANG: kräftig und nicht zu lang, darf nicht spitzig enden;
Nasenschwamm immer schwarz. Lippen trocken und gut anliegend. Der
Nasenrücken ist gerade. Leichter Schnurr- und Backenbart.
Fehler: Fang zu lang, schmal oder zu stark, spitzig oder zu
rechteckig. Nase schmal,teilweise fleischfarbig, dicke Mundwinkel,
dicke Unterlippen, Nasenrücken gewölbt. Mangel an Schnauz- und
Backenbart. (Das Kopfhaar mußungefähr 4 cm lang und der Schnauz-
und Backenbart deutlich sein).
Ausschließende Fehler: unproportioniert zum Schädel. Lefzen
hängend. Nase von anderer Farbe als schwarz, Depigmentierung der
Schleimhäute.
KIEFER: mächtig, sich hermetisch schließend, ohne Vor- oder
Rückbiß.
Fehler: sehr leichter Vor- oder Rückbiß. Bei Fehlen von 2
Prämolaren weder CAC noch ResCAC, bei Fehlen von 4 Prämolaren kein
Vorzüglich; kariöse Zähne je nach Wichtigkeit, abgebrochene oder
gekappte Fangzähne.
Ausschließende Fehler: Fehlen von mehr als 4 Zähnen, ausgeprägter
Vor- oder Rückbiß.
OHREN: von mittlerer Größe, breit an der Basis, ziemlich hoch
angesetzt; die Basis erinnert an das Schafsohr; von Natur aus
immer aufrecht getragen, die Spitzen leicht gerundet; leicht
divergent getragene Ohren werden toleriert; Länge 10 cm, nie mehr
als 12 cm bei einem maximal großen Rüden.
Fehler: Ohren zu großoder an die Ohren des Belgischen
Schäferhundes erinnernd, zu tief angesetzt oder zu nah beieinander
stehend.
Ausschließende Fehler: Ohren nicht korrekt getragen.
AUGEN: von mittlerer Größe, nicht hervorstehend, von dunkler Farbe,
weder helle Augen noch Glasaugen. Färbung der Iris mehr oder
weniger dunkel je nach Fellfarbe (auf jeden Fall nie heller als
nuß braun).
Fehler: alles was nicht mit der Beschreibung übereinstimmt.
Ausschließende Fehler: Glasaugen, schräg eingesetzte, ungleiche
Augen. Farbe zu hell.
AUSDRUCK: der Ausdruck soll weder bösartig noch mißtrauisch sein.
Ausschließende Fehler: scheuer Ausdruck, fliehender Blick.
HALS: kräftig und muskulös, von guter Länge, in der Bewegung
aufgerichtet und gut von den Schultern abgesetzt, Kopf stolz
getragen.
Fehler: Hals lang und schmal, kurz und dick, unvermittelt aus den
Schultern heraustretend; schlaffe Haut.
KÖRPER: Brust tief ohne Übertreibung. Die Brust darf nicht tiefer
als bis zu den Ellbogen hinabreichen. Der unmittelbar hinter den
Ellbogen gemessene Brustumfang mußdie Widerristhöhe um 1/5 übertreffen.
Die Körperlänge übertrifft nur wenig die
Widerristhöhe sein. Rücken gerade, Lenden solid. Rippen im oberen
Drittel gut gebogen, dann abflachend bis zum Brustbein. Bauch
leicht aufgezogen. Die Kruppe geht allmählich in den hinteren Teil
der Schenkel über. Knochenbau sichtbar ohne Übertreibung.
Fehler: je nach Stärke des Mangels. Körper zu schwer oder zu
leicht, zu lang, zu hochbeinig oder zu bodennah. Rippen zu flach
oder zu rund. Bouvierartige Konstruktion. Kruppe zu gerade oder
stark abfallend.
Ausschließende Fehler: die genannten Fehler zu ausgeprägt.
RUTE: Behaart, Haarlänge wie das Körperhaar. In Ruhestellung muß
die Rute die Sprunggelenke erreichen und gerade nach unten hängen
mit leichter Krümmung am Ende, in Aktion kann die Rute etwas höher
getragen werden, ohne jemals über dem Rücken getragen zu werden.
Fehler: Rattenschwanz oder zu behaart; zu kurz, abgewinkelt,
schlecht getragen.
Ausschließende Fehler: Ständig auf dem Rücken getragen, tief
getragen auf Grund einer Operation (Durchtrennung der Muskel).
Stummelrute oder fehlend.
VORDERHAND: Schultern lang und schräg, geben eine große
Leichtigkeit in der Bewegung, muskulös ohne Schwere; die Läufe
sind gut senkrecht gestellt. Trockener Knochenbau. Gelenke
markiert ohne den Eindruck einer Mißbildung zu erwecken.
Vordermittelfuß von hinten nach vorne leicht geneigt, um den
Läufen Geschmeidigkeit zu geben und ein plötzliches Anhalten zu
erleichtern.
Fehler: Schultern zu lang (windhundartig) oder zu steil (bouvierartig),
schmal oder schwer, lose oder die Bewegung lähmend; Knochenbau
dünn oder zu stark; Vorderfuß wurzelgelenke schwach oder
aufgetrieben (knotenartig). Vordermittelfuß zu gerade oder zu
geneigt, durchgetreten.
Ausschließende Fehler: Die genannten Fehler zu ausgeprägt.
HINTERHAND: Keulen lang und gut bemuskelt. Kniegelenk stark; die
Hinterhand des Hundes soll weder steil noch zu stark von hinten
nach vorne schräg stehen, weder eng noch zu breit sein. Es darf
keine Disharmonie zwischen Keulen und Kruppe geben, das Ganze muß
in einer angenehmen Kurve verschmelzen. Läufe solid, die
Hinterhand ohne Schwäche tragend, aber mit Elastizität. Knochenbau
ausgeprägt aber ohne Übertreibung. Sprunggelenke mittelmäßig
gewinkelt, weder zu fassbeinig noch zu eng gestellt, nicht zu hoch
angesetzt; eine gute Sprunggelenkwinkelung ist bei unserem Berger
unbedingt notwendig. Hintermittelfuß robust und trocken, senkrecht
zum Boden; wenn der Hund steht, Hinterläufe senkrecht - von jeder
Seite gesehen.
Fehler: je nach Wichtigkeit des Mangels.
Ausschließende Fehler: Hinterhand insgesamt fehlerhaft.
PFOTEN: Gerundet und kurz, gut geschlossen, gewölbt; Nägel stark
und kurz, von dunkler Farbe. Weder Afterkrallen noch zusätzliche
Zehen. Ein Hund mit Afterkrallen wird nicht disqualifiziert, aber
bestraft. Ballen fest, mit einer gewissen Elastizität, da der
Ballen ein Fußkissen ist, das einen Teil des Stöße auffangen soll.
Fehler: Strafe je nach Mangel.
Ausschließende Fehler: doppelte Afterkrallen an allen vier Läufen.
HAAR: hart, halblang, nicht gelockt, nicht flach, mußrauh sein
und unter den Fingern knirschen. Die Länge beträgt 5 bis 6 cm auf
dem ganzen Körper einschließlich der Rute. Unterwolle fein und
dicht.
Fehler: Haarlänge unter 4,5 cm, nicht rauh genug, Tendenz zu
flachem oder gekräuseltem Haar.
Ausschließende Fehler: Haarlänge unter 4 cm oder über 6 cm,
gelockt oder sehr flach, weich oder wollig.
FARBEN: grau, grau-schwarz, grau mit schwarzem Widerschein,
grau-blau, grau- rot, hell- oder dunkelfalb oder die Mischung
dieser Farben. Kein großer weißer Fleck erlaubt, ein kleiner
weißer Fleck ist auf der Brust und den Pfotenspitzen erlaubt.
Fehler: Großer weißer Brustfleck (Schürze); weiß an allen Zehen.
Ausschließende Fehler: schwarz, weiß, harlekin, gescheckt, zuviel
weißan der Brust, Pfoten ganz weiß, weiß im Haarkleid an oben
nicht genannten Stellen.
N.B.: Rüden müssen zwei sichtlich normale Hoden aufweisen, die
sich vollständig im Skrotum befinden.

