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Urban-Max.com - The story of Swiss Entlebucher Mountain Dogs in Hollywood
Jeneva von der Schädelzmatt - Entlebucher.

Der Schweizer Sennenhund

Der Entlebucher Sennenhund ist die kleinste und seltenste der vier Sennenhunderassen. Er stammt aus der Region Entlebuch, einem Teil der Kantone Luzern und Bern, in dem die Flusstäler der Großen und Kleinen Emme liegen. Nach dem Tal des Schärligbaches, eines Nebenbaches der Großen Emme, wurde diese Rasse auch Schärlig genannt.

Für Bauern in der Schweiz, Süddeutschland und Österreich waren Sennenhunde seit dem Mittelalter von großem Nutzen. Zu den Hauptaufgaben des Schweizer Sennenhundenzählte seit je her das Hüten des Gehöfts, der Schutz der Bewohner und das rechtzeitige Erkennen von Gefahr. Der Hund sollte Fremde ankündigen und Wildtiere wie Wölfe, Bären und Wildschweine vom Hof fernhalten. Zu diesem Zweck wurden die kleineren Rassen der Schweizer Sennenhunde eingesetzt: der Appenzeller und der Entlebucher. Der Berner und der Große Schweizer Sennenhund waren für die Arbeit in den Alpen zu groß und behäbig.

Diese kleineren Hunde arbeiteten für den Senn, den Hirten der Alpweiden. Der Senn war ein Viehtreiber, der seine Kuhherde aus den Alpentälern auf die Almen trieb. Seine Herde bestand üblicherweise aus Kühen, die vielen verschiedenen Bauern gehörten. Die Bauern blieben im Tal, um ihre Höfe zu versorgen. Der Senn musste die Kühe beisammen halten und sie zweimal am Tag zum Melken und zur Käseherstellung in die Almhütte treiben (die Herberge des Sennen und seines Viehs). Als am Ende des Sommers das Gras auf den Hochalpen verschwunden war, kehrte der Senn mit seinen Kühen und Hunden zurück und erreichte das Tal gegen Ende September. Die Kühe wurden an den jeweiligen Hof übergeben und der Käse (bzw. der Gegenwert in Bar) je nach Anzahl der beigesteuerten Kühe unter den Bauern verteilt.

Urban-Max Entlebucher Mountain Dogs

Richtung die Alpen lagen. Die Hauptaufgabe des Sennenhundenwar es daher, die Herde zusammenzuhalten und sie in Bewegung zu halten. Das Hüten der Herde bewerkstelligten die Hunde durch Bellen, und sie lernten sehr schnell, dass sich Kühe in Bewegung setzen, wenn sie angebellt werden, und dass sie schlussendlich in ihren Stall zurückkehren. Brachte Bellen keinen Erfolg, so zwickten die Hunde an den Hufen, damit sich die Kuh bewegte. Wenn alles andere erfolglos blieb, setzte der Hund zum Sprung an und rammte die Kuh mit der Schulter. Der Sennenhund tat alles, um sein Ziel zu erreichen und anschließend vom Sennen gelobt und belohnt zu werden. Viele Sennenhunde haben diese Wesensmerkmale bis heute. Da ihnen nun kaum Kühe zur Verfügung stehen, manifestiert sich dieses Verhalten im Umkreisen und "Hüten" ihrer Familie und im "Antreiben" von Herrchen und Frauchen durch vorsichtiges Zwicken in die Füße. Die schöne Dreifärbigkeit, die heutzutage so sehr geschätzt wird, war in vergangenen Zeiten kaum von Bedeutung. Diese Hunde mussten sich ihren Lebensunterhalt verdienen. Vorrangig war die Auswahl nach Gesundheit, Stärke und Ausdauer. In dem Ausmaß, wie wir das heute tun, dachte damals niemand über Rassen und Zucht nach. Wichtig war nur, dass der Hund seinen Job gut erledigen konnte.

Der Sennenhund musste dem Sennen beim Almauftrieb helfen, wobei manchmal über zwanzig Meilen am Tag zurückgelegt wurden. Aufzeichnungen zufolge wurden Herden regelmä ßig bis Norditalien und sogar bis Lyon oder Paris getrieben. Der Viehtrieb ist für diese Hunde eine einigermaßen leichte Aufgabe, da Kühe einen ziemlich guten Orientierungssinn haben. Kühe können sich sehr gut erinnern, an welchen Pfaden und Orten sie sich in der Vergangenheit aufgehalten haben. Die Leitkuh, die oft mit Blumen geschmückt wurde, wusste genau, in welcher Der in Europa zwischen 1850 und 1900 vollzogene Schienenausbau beendete die alpine Viehzucht von einst und somit auch die natürliche Aufgabe des Sennenhunden. Die Schiene ermöglichte Viehtransporte, die innerhalb weniger Stunden ihr Ziel erreichten, anstatt, wie der Senn mit seinen Hunden, Tage oder Wochen unterwegs zu sein. Der Senn und seine Hunde hatten ihren Daseinszweck verloren und diese Berufsgruppe war somit zum überwiegenden Teil im Aussterben begriffen.

Die erste Beschreibung des Entlebuchers - damals noch als Entlebucherhund bezeichnet - wurde von E. Bauer um 1889 verfasst und im Zentrallblatt für Jagd und Hundeliebhaber veröffentlicht. Es sollte jedoch bis 1913 dauern, bis der Entlebucher seinen ersten Auftritt an der Öffentlichkeit hatte. In diesem Jahr brachte Franz Schertenleib vier Exemplare dieser Rasse zu einer örtlichen Hundeausstellung, um sie da von Professor Heim bewerten zu lassen. Aufgrund des von Dr. Heim bei dieser Ausstellung verfassten Berichts wurde der Entlebucher als die vierte Sennenhunderasse eingetragen, und etwas später, im Jahre 1927, wurde der erste Rassestandard niedergeschrieben. Dr. Kobler und Franz Schertenleib von der Rothöhe waren in der ganzen Schweiz unermüdlich auf der Suche nach typischen und reinrassigen Entlebuchern. Franz Schertenlieb übergab das erste zuchtfähige Weibchen Babeli v. d. Rothöhe an Dr. Kobler, der die Schweiz nach einem der wenigen verbliebenen Zuchtrüden durchsuchte. Babelis erster Wurf bestand aus fünf Welpen, von denen alle modernen Entlebucher abstammen. Wir sind Dr. Kobler und Franz Schertenlieb zu großem Dank verpflichtet, wie auch Professor Heim, denn es war ihr unermüdlicher Einsatz, der das Überleben dieser Rasse ermöglichte.

*Informationsquellen:  Margret Bärtschi (vormals Präsidentin des schweizerischen Klubs für Berner Sennenhunde) und Christel Fechler (Autorin von Entlebucher Sennenhund, erschienen im Franckh-Kosmos Verlag)